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Das neue, in Planung befindliche „Heizungsgesetz“ ist ein Bärendienst für unser Klima!

Das neue „Heizungsgesetz“ gefährdet das Erreichen der gesetzlichen Klimaziele!

Unsere Bundesregierung ist momentan dabei ein neues „Heizungsgesetz“ (Gebäude-Modernisierungsgesetz) auf den Weg zu bringen. Damit soll  zukünftig u. a. der Zwang zur Verwendung von 65% regenerativer Energie bei Installation einer neuen Heizung  entfallen.

Was auf den ersten Blick das Heizungsthema entspannt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als „Bärendienst“ für das Klima und die Erreichung der Klimaziele, denn durch die fortwährende bzw. längerfristige Nutzung fossiler Energieträger (Gas und Öl) in Heizungsanlagen ist eine CO2-Reduktion kaum, bzw. erst viel später als geplant zu erwarten.

Klimaziele Deutschland gegenüber den Werten des Jahres 1990. - Quelle: UmweltbundesamtAuch die Bemühungen unserer Gemeinde, ein Fernwärmenetz für den Osdorfer Ortskern aufzubauen, werden durch das Vorhaben der Bundesregierung torpediert. Unsere Gemeinde benötigt zum Bau des lokalen Fernwärmenetzes eine Anschlussquote von mindestens 50% des Wärmebedarfs pro Bauabschnitt. Wenn nun viele Bürgerinnen und Bürger die Anschaffung einer neuen, Öl- oder Gas-Heizungsanlage oder ggf. nur eines neuen Öl- oder Gas-Brenners erwägen, so hintertreibt das unser Fernwärmenetzvorhaben erheblich.
Je weniger Gebäude sich an das Fernwärmenetz anschließen lassen, desto höher sind schließlich die Kosten für die einzelnen Nutzer der Fernwärme.

Wir Osdorfer denken zum Glück vorausschauend: Uns ist klar, dass die Preise für fossile Energieträger sich in den nächsten Jahren durch die CO2 Bepreisung erhöhen werden. Zudem wissen wir, dass die Preise fossiler Rohstoffe sich abhängig vom Weltgeschehen in ungeahnte Höhen entwickeln können, da diese Energieträger in Deutschland nur in unbedeutenden Mengen gefördert werden.  Bevor wir uns für eine neue Wärme-versorgung im eigenen Heim entscheiden, vergleichen wir mögliche Lösungen auf Vollkostenbasis. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Anschaffungs- und Installationskosten, sondern  auch die voraussichtlichen Förderungen und Betriebskosten (Verbrauch, Schornsteinfeger, Messungen, Wartung, Ersatzteile etc.) über den Lebenszyklus der Anlage berücksichtigen. Natürlich ist auch der Platzbedarf bzw. der gewonnene Freiraum ein Aspekt, der ggf. für unsere Entscheidung von Bedeutung ist.

Nicht zuletzt, aber in die Zukunft blickend, geht es uns um Klimaschutz und Klimaanpassung. Nach unseren bisherigen Energieeffizienz-Gesprächen ist dies für viele Osdorfer Bürgerinnen und Bürger ein besonders wichtiger Punkt – und das mit Recht: Wenn wir uns in unserer Gemeinde nicht um das Klima kümmern, dann werden uns entsprechende Maßnahmen zur Beseitigung von klimabedingten Schäden zukünftig teuer zu stehen kommen. Gerade Investitionen in regenerativ betriebene Heizsysteme sind für das Klima wertvoll!

Fazit: Das gesetzliche Ziel bis 2030 in Deutschland eine Reduktion der CO2-Emissionen um 65% gegenüber 1990 zu erreichen, wird mit dem zu erwartenden Gesetz von der Bundesregierung unter den Tisch gekehrt.
Dennoch rechnen wir im Sanierungsmanagement damit, dass die Osdorfer Bürgerinnen und Bürger besonnen und bereit sind,  das zu tun, was notwendig ist, um unsere Gemeinde möglichst schnell in die Klimaneutralität zu führen.

Die Gemeindevertretung freut sich, wenn ihr den Osdorfer Weg in die Klimaneutralität aktiv unterstützt!